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Gestaltungskompetenz und geographische Bildung
für nachhaltige Entwicklung
5 geographische Erlebniswege erschließen "Lebensraum"
und "Globalisierung"

Es gibt zwei wesensverschiedene Ansätze
beim Erwerb von Gestaltungskompetenz. a) Das Individuum
reflektiert über sich selbst: Die kreative Eigenleistung des
"Künstlers" wird entwickelt. Dies fördert guter traditioneller
Unterricht. Beispiele: - Ich
schreibe ein kleines Theaterstück - Ich
plane meinen schulischen Werdegang und entwickle dazu Kontakte -
Ich entwickle
ein Zielszenarium für den eigenen Lebensraum: mein Zimmer - meine
Gemeinde - meine Region - die sich globalisierende Welt Stets
ist der Umgang mit dem eigenen (auch geographischen) Lebensraum
für das Arbeitsergebnis mitentscheidend.
b) Die Gruppe ist der ständig
erlebte Umgang mit Komplexität: Die kreative Gruppenleistung
des "Teams" wird entwickelt. Die Gruppe braucht dabei
einen "Kopf", sonst arbeitet sie chaotisch. Die soziale
Komponente gewinnt an Bedeutung. Projektorientierter Unterricht
kann dies leisten. Beispiele: . Wir bauen ein
Baumhaus - Wir gründen eine Gang - Wir
gründen eine Initiativgruppe zur Agenda 21 Auch hier ist der
Umgang mit dem eigenen (auch geographischen) Lebensraum für das
Arbeitsergebnis mitentscheidend.
Was kann ein geographischer Ansatz
für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung einbringen? Mit
den Themenfeldern "Lebensraum", "Lebensqualität"
und "Lebensansätze" kann die Schulgeographie viele Impulse
zum individuellen Erwerb von Gestaltungskompetenz bei Jugendlichen
setzen. Die Arbeitskonzepte "Beobachten-Messen-Evaluieren"
und "Informationsverarbeitung"
weisen den methodischen Weg zu den vier Kompetenz-Bereichen, die
zusammen Gestaltungskompetenz ausmachen:
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Wahrnehmungskompetenz: - Naturbegegenung:
"Merk würdig keiten" sammeln - Bildverarbeitung,
unterschiedliche Sichtweisen, - Perspektivenwechsel
(lokal - regional - global) - Gestaltung virtueller
Exkursionen - Umgang mit Mindmaps Kommunikationskompetenz: -
Mission ins Gelände, Planspiele, Wiki-Arbeitsformen Bewertungskompetenz: -
Unterschiedliche geographische Sichtweisen - Maßstabsverschiebungen
durch Perspektivenwechsel - Bildinterpretationen -
sozialgruppenspezifischer Perspektivenwechsel Zwischenstation:
Vorstellung (Imagination) als Brücke zur Handlungskompetenz -
Modelle entwickeln - Strategien konzipieren -
Ideenbörse Handlungskompetenz, die vor allem
Selbstbestätigung ermöglicht: - Präsentationen mit
"Adressaten-Filter", was will der Adressat
hören oder sehen? - Organisationsaufgaben mit "Effizienz-
bzw. Akzeptanz-Filter"; Wie initiert man eine Handlung
in der Gruppe und welche Rückwirkung hat die Handlung
auf die Gruppe? - Bereitstellen von Wissen mit "Effizienz-
bzw. Zeit-Filter": Verschütte eine Menge Erbsen.
Wenn du sie wieder einsammeln möchtest, so hast du 80%
aller Erbsen in 20% der Zeit, die du zum Sammeln aller
Erbsen benötigst.
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Die Begriffe "Lebensraum",
"Lebensqualität" und "Lebensansätze" sind Gestaltungsinhalt
und Rückkoppelung zugleich: - Lebensraum "Kulturlandschaft"
als Ort/Schauplatz für Wohnen, Arbeiten und Freizeit: Wirtschaft,
Ökologie, Technik, Politik, ... - Lebensqualität als Spiegel
des eigenen Seins und Empfindens, gesteuert durch Werbung, durch
die Gruppe, durch die Familie, ... - Lebensansätze als
Vision für die eigene Entwicklung, abhängig von der Zugehörigkeit
zu einzelnen Lebensstilgruppen, ...
Benutzt man den ganzheitlichen Ansatz
bzw. die Begrifflichkeit der konstruktivistischen Imaginationslehre
(Fauser&Madelung), so sieht die oben skizzierte Lernabfolge
so aus: Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Bewertungskompetenz
helfen bei der Entwicklung der individuellen Vorstellung (Imagination)
zu Lebensraum, Lebensqualität und Lebensansatz. Diese Vorstellungen
bilden dann eine Brücke zwischen Entwurf und Ausführung, zwischen
Gedanken und Taten. Wenn auch diese Übergänge gelingen, so spricht
man von Handlungskompetenz. Handlungskompetenz aufbauend auf den
Vorstellungen "Lebensraum", "Lebensqualität"
und "Lebensansatz" wird zur Gestaltungskompetenz im Sinne
einer geographischen Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Gedanken zur Umsetzung: Operationalisierung
über "Lernräume"

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